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50 Jahre Otto-Hahn-Gymnasium Herne!!!

OHG Herne

Otto-Hahn-Gymnasium Herne

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1. Rhythmisierung


Wir sind neu getaktet – Die Rhythmisierung des Schulalltags

Seit dem Schuljahr 2009/10 erfolgt am OHG eine Rhythmisierung des Unterrichts im 90-Minuten- Zeittakt. Die Entscheidung fiel nach intensiven Erörterungen auf den unterschiedlichen Schulebenen, so dass SchülerInnen, Eltern und natürlich das Kollegium in diesen Entscheidungsprozess eingebunden waren. Dabei spielten und spielen verschiedene Argumente von unterschiedlicher Gewichtung eine Rolle.
Was uns überzeugt hat…
…bezogen auf das Wechselspiel von Belastung und Entlastung
Im Rahmen der Schulzeitverkürzung und der Verdichtung des Lernstoffs kommt es verstärkt dazu, dass der einzelne Unterrichtstag für SchülerInnen und LehrerInnen länger wird. Das bedeutet, dass zum einen vermehrt auch Phasen des Tages für schulisches Arbeiten verwendet werden müssen, in denen biorhyth-misch gesehen Erholungsphasen sinnvoller wären. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit eines veränderten Unterrichtsrhythmus, um Arbeitskraft und Lernbereitschaft nicht über Maßen zu strapazieren.
Zum anderen kann die Anzahl an Unterrichtsfächern bzw. Lerngruppen, die sich tendenziell durch die ge-wachsenen Anforderungen erhöht haben, auch über die Mittagsgrenze hinaus, verringert werden. Dadurch nimmt die Belastung, sich immer wieder auf neue Lerngruppen und Fächer einzustellen, für alle Beteiligten ab, was lernpsychologisch sicherlich positiv zu werten ist.
Durch die zeitliche Verengung der Fächer müssen SchülerInnen sowie LehrerInnen zudem täglich weniger Arbeitsmaterialen pro Tag bereit halten, was ebenfalls eine Erleichterung darstellt, nicht nur physischer Art, sondern durchaus auch kognitiv, da sich die Vorbereitung pro Tag auf wenige Fächer bzw. Lerngruppen konzentriert.
Durch die 90-Minuten-Rhythmisierung konzentrieren und intensivieren wir einerseits die Arbeitsphasen, erweitern aber andererseits auch die Erholungsphasen, indem wir die ‚großen‘ Pausen verlängert und im Übergang zum Nachmittagsunterricht eine große Mittagspause installiert haben. Unter anderen ist in die-sem Zusammenhang auch unser Angebot zur Übermittagsbetreuung zu sehen (Angebot einer Mahlzeit, pädagogische Angebote).
Unsere Erfahrungen der letzten drei Jahre belegen, dass unter den Rahmenbedingungen, unter denen Schule heute stattfindet, eine Entspannung und Schonung im Alltagsgeschäft erreicht werden kann, wenn der Tages- und Wochenrhythmus verändert wird.
…hinsichtlich des Unterrichtsprozesses
Diese Umstellung trägt zudem den Anforderungen eines kompetenzorientierten Unterrichts Rechnung, der selbstreguliertes und selbstständiges Lernen begünstigt, wie er in den Fachcurricula gefordert wird. Die längeren Arbeitsphasen ermöglichen einen deutlich schüler- und handlungsorientierteren Unterricht, der den Einsatz vielfältiger Methoden (s. Methodencurricula der Sek I und II) nicht nur möglich, sondern auch notwendig macht und lehrerzentrierteren Unterricht zurück drängt. Zudem können intensivere Arbeitspha-sen erfolgen, die zum Beispiel aufwendiger Projektarbeit, Experimenten in den Naturwissenschaften oder auch längeren Übungsphasen Zeit und Raum geben.
Als weiterer Aspekt ist die Chance zur stärkeren individuelleren Förderung zu nennen, die einen weiteren Baustein unserer Schulentwicklung darstellt. So wird zum Beispiel die Binnendifferenzierung durch den ge-ringeren Zeitdruck und die gewachsene Möglichkeit der Methodenvielfalt erleichtert. Gerade um Stärken zu fördern und Schwächen entgegenzuwirken, bedarf es einer entspannteren Arbeitsatmosphäre und größe-rer methodischer Spielräume, um die entsprechenden Lerntypen und –kanäle adäquat ansprechen zu können.
Da sich ebenso die „Organisationszeiten“ zu Beginn der Stunde minimieren, erhöht sich die „echte Lern-zeit“, die für sinnvolles handlungsorientiertes und selbststätiges Arbeiten verbleibt.
…hinsichtlich des Schulklimas
Des Weiteren schafft diese Taktung eine bessere und vor allen Dingen ruhigere Organisation des Schulall-tags, allein durch die geringeren Raumwechsel und abnehmende Unruhe auf den Fluren. Dem Schulle-ben, insbesondere der unterrichtlichen Atmosphäre, wird positiv Rechnung getragen, da die Kommunikati-on zwischen LehrerInnen und SchülerInnen sowie den Jugendlichen untereinander mehr Zeit und Raum erhält. Dies kann Hektik, Spannungen und Auseinandersetzungen vorbeugen bzw. die Möglichkeiten ein-räumen, diese konstruktiv zu beheben. Je intensiver und druckfreier gearbeitet werden kann, desto besser sind in der Regel die Arbeitsergebnisse und umso geringer sind zwischenmenschliche Reibungsverluste.
Zudem ermöglicht die Unterrichtsrhythmisierung Chancen für die stärkere Öffnung von Schule, so dass mit externen Partnern besser zusammen gearbeitet und außerschulische Lernorte eher aufgesucht werden können.


Einige Bedenken…

Trotz einer insgesamt eindeutig positiven Resonanz zur Rhythmisierung müssen auch die Schattenseiten bzw. Einschränkungen, die sich aus dieser Veränderung ergeben, erwähnt werden. So wurde und wird zum Teil kritisch angemerkt, dass 2-stündige Kurse nur einmal in der Woche stattfinden und somit lange Pausen zwischen den Unterrichtsinhalten bestehen, dies gilt gegebenenfalls auch im Rahmen von Unter-richtsausfällen. In diesem Kontext sind u.a. unsere Hausaufgabenkonzepte zu sehen und einzubeziehen, die einerseits eine Konzentration und Reduzierung derselben vorsehen, aber zugleich komplexere, eigen-ständigere häusliche Arbeiten beinhalten und die unterrichtsfreie Zeit u.U. sinnvoll überbrücken können.
Des Weiteren wurde insbesondere bei den jüngeren SchülerInnen in Klasse 5 angemerkt, dass sie auf Grund ihres Alters und Entwicklungsstandes mit dieser Taktierung überfordert seien. Um dem Einwand ge-recht werden zu können, wurden in diesem Zusammenhang flexible Regelungen vereinbart, so dass die Lehrperson im Einzelfall entscheidet, wann sie innerhalb der 90 Minuten Entspannung- und Bewegungs-pausen integriert, um die Konzentrationsfähigkeit erhalten zu können. Dies gilt zudem generell für alle Klassen und Kurse, wenn die Lehrkraft dies für sinnvoll erachtet.


Resümee…

Rückblickend können wir feststellen, dass sich die Rhythmisierung am OHG als überwiegend erfolgreich und gewinnbringend sowohl für die Unterrichtsprozesse als auch für das Schulklima allgemein erwiesen hat. Sie ist insgesamt als eine zentrale Säule unserer Schulentwicklungsarbeit zu werten, durch die auch die anderen Arbeitsfelder (z.B. Individuelle Förderung, Methodenlernen) positiv beeinflusst werden.

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