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50 Jahre Otto-Hahn-Gymnasium Herne!!!

OHG Herne

Otto-Hahn-Gymnasium Herne

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3. Medienerziehung


Medienkompetenz im Zeitalter der „Generation Flatrate“

Warum Medienkompetenz?

"Cybermobbing, Gewaltvideos auf dem Handy, Einstellen von urheberrechtlich geschützten Fotos und Vi-deos bei Youtube oder illegale Film- und Musikdownloads – die Mediennutzung von Heranwachsenden auch in ihren problematischen Formen macht vor der Schule nicht Halt.“
(Landesanstalt für Medien NRW, Mai 2012)
Das obige Zitat der Landesanstalt für Medien aus diesem Jahr bringt es auf den Punkt: Handy, Computer und Fernsehen sind Medien, die zum Alltag gehören und von uns als mediale Vermittler nur noch selten bewusst wahr genommen werden, aber von deren Nutzung zum Teil ein erhebliches Gefahrenpotential ausgeht. Angesichts der Tatsache, dass wir uns seit den letzten zehn bis zwanzig Jahren noch stärker zu einer Informationsgesellschaft entwickelt haben, in der wir fortlaufend mit den verschiedensten neuen Me-dien in Berührung kommen bzw. sie intensiv nutzen, ist ein reflektierter und zielgerichteter Umgang mit ih-nen notwendig.
Nahezu fast jeder Jugendliche besitzt ein eigenes Handy und oder einen Computer. Einen Großteil ihrer Freizeit verbringen sie mit der Nutzung unterschiedlicher Medien. Fragt man die Schülerinnen und Schü-ler, so fühlen sich alle souverän und sicher bei der Nutzung von Handy und Co. Die Realität sieht aber viel-fach anders aus, betrachtet man allein manche Eintragungen bei Facebook, die oftmals jeglichen Schutz der Privatsphäre missen lassen. Daraus lässt sich die Notwendigkeit ableiten, Medienkompetenz auch im schulischen Kontext gezielt zu fördern. Auch Medien- und Erziehungswissenschaftler sowie Pädagogen aus der Praxis betonen immer wieder die Dringlichkeit der Medienerziehung bzw. der Vermittlung von Me-dienkompetenz.


Leitende Prinzipien sind u.a. folgende vier große „CCCC“:

Content = Inhalt Welche Inhalte werden konsumiert?

Costs = Kosten Handygebühren, Anschaffungskosten

Contact = Kontakt Mit wem kommt man in Kontakt?

Control = Kontrolle Zu lasche/ zu strenge Kontrolle bzgl. des Zugangs


Was Medienkompetenz für uns bedeutet

Sowohl in der Gesellschaft als auch in der Wissenschaft wird der Begriff der Medienkompetenz unter-schiedlich besetzt bzw. definiert. Umso wichtiger ist es für unseren schulischen Alltag, eine möglichst ein-deutige begriffliche Zuordnung vorzunehmen, um fundiert und sukzessive Medienkompetenz entwickeln zu können.
Dabei sollen zwei Stränge verfolgt werden. Zum einen soll ein aufgeklärter Umgang mit den unterschied-lichsten Medien (Zeitung, Fernsehen, Internet, Handy) geschult werden. Hierzu zählen die Kompetenzen der gezielten Informationsrecherche, -nutzung, -auswertung und –präsentation. Dies sind bildlich gesprochen die ‚Werkzeuge und Betriebsanleitungen‘, die wir für eine zielgerichtete und effektive Nutzung der Medien benötigen.
Zum anderen sollen die Gefahren des allzu offenen und unreflektierten Umgangs mit den Medien thematisiert werden. Dazu zählt das Problem der ungeschützten Selbstdarstellung (im Internet oder per Handy), die Suchtgefahr bei dauerhafter und unkontrollierter Nutzung (siehe Spielsucht), die möglicherweise damit zusammenhängende Verwischung von Realität und Virtualität.
Zugleich könnten durch die mediale Inszenierung gewünschter Persönlichkeitsprofile das Selbst- und Fremdbild auseinander divergieren und dadurch die Indentitätsbildung der Jugendlichen erschweren bzw. verzerren. Hierbei geht es also insgesamt um die Vermittlung eines kritisch-reflexiven Medienum-gangs.


Vermittlung von Medienkompetenz

Bereits die oben gemachten Ausführungen verdeutlichen, dass wir am OHG zwei miteinander verzahnte Stränge verfolgen. Auf der einen Seite entwickeln und fördern wir die Methodenkompetenz unserer Schü-lerinnen und Schüler. Dies beginnt bereits mit dem Start in der Jahrgangsstufe 5, bei dem wir unseren Neuankömmlingen das „Lernen lernen“ vermitteln wollen. Zuzüglich setzt hier das Methodencurriculum der Sekundarstufe I an, bei dem in den unterschiedlichen Fächern zu ausgewählten Inhalten festgeschriebene Methoden eingeführt werden. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Schülerinnen und Schüler ein festes Repertoire an Methoden erlernen, auf das immer wieder zurückgegriffen werden kann und das spiralförmig vertieft werden soll (vgl. Kapitel V, Methodenkompetenz).
Weiter fortgeführt wird dies mit dem Methodencurriculum der Sekundarstufe II, in dessen Rahmen von der Jahrgangsstufe 10 an bis zum Abitur das wissenschaftspropädeutische Arbeiten eingeübt werden soll. Da-bei durchlaufen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Module, die ineinander greifen und sukzessive aufgebaut sind (vgl. Kapitel V, Methodenkompetenz).
Die beiden genannten Methodencurricula sind unter den Aspekt der „Werkzeuge und Betriebsanleitungen“ zur Methoden- und Medienkompetenz zu fassen und werden bereits umgesetzt. In diesem Kontext lernen die SchülerInnen verschiedene Medien und den konkreten Umgang mit ihnen kennen.
Die darüber hinaus gehende kritisch-reflexive Medienkompetenz ist bei uns noch im Aufbau begriffen. Wir beabsichtigen, diese auf zwei Säulen aufzubauen und hauptsächlich in der Sekundarstufe I zu veror-ten, da der Medienkonsum bzw. die Mediennutzung recht früh einsetzt und insbesondere die jüngeren Schülerinnen und Schüler durch die neuen Medien verstärkt beeinflusst werden können.
Die zwei Säulen der Medienkompetenz verbinden unterrichtsinterne, als auch fächerübergreifende bzw. außerunterrichtliche Elemente.


Was ist konkret geplant?

Das OHG beteiligt sich an der nach der erfolgreichen Pilotphase erstmaligen Ausbildung zu „Medien-scouts“ im laufenden Schuljahr 2012/13. An diesem Projekt nehmen 10 Kommunen schulformübergrei-fend mit jeweils bis zu 10 Schulen teil. Ausgebildet werden am OHG sowie den anderen Schulen jeweils vier Medienscouts der Klassen 7-9 und zwei BeratungslehrerInnen.
Die SchülerInnen sollen als Lernhelfer zu Experten im Umgang mit digitalen Medien ausgebildet werden und ihre im Rahmen der Ausbildung gewonnen Kompetenzen an die anderen SchülerInnen des OHG wei-tergeben und somit als Multiplikatoren fungieren. Die zukünftigen Medienscouts sowie die beiden dafür ausgewählten BeratungslehrerInnen werden in vier Workshops, die sich über ein bis zwei Tage erstrecken, zu folgenden Themen ausgebildet:

  • Social Communities ( z.B. reflektierter Umgang mit sozialen Netzwerken am Beispiel von Facebook)
  • Internetsicherheit ( z.B. Grundlagen der Internetnutzung, „Abzocke“ im Netz, Anti-Viren-Schutz, Spam-Mails, Datenschutz)
  • Handy ( z.B. Handy als Kostenfalle, als mobiler Computer, ständige Erreichbarkeit)
  • Computerspiele (z.B. verschiedene Genres an Computerspielen, Jugendmedienschutzgesetz)
  • Peer-Beratung ( Kommunikation- und Beratungstraining)

Die Medienscouts sollen am OHG selbst als ‚Lehrende‘ und Vermittler agieren, indem sie Informations- und Beratungsangebote für ihre MitschülerInnen anbieten. Dies könnte zum Beispiel außerunterrichtlich in Form von Projekttagen zu ausgewählten Themen für einzelne Jahrgangsstufen erfolgen, analog zu unse-rem „Spotlight- Theater gegen Mobbing-Projekt“, das allerdings ausschließlich von eigens dafür ausgebil-deten FachlehrerInnen durchgeführt wird. Durch den Einbezug der Medienscouts erhoffen wir uns einen besseren persönlichen sowie thematischen Zugang zu den SchülerInnen, da die Peergroup insbesondere in diesem Altersspektrum mitunter den größten Einflussfaktor darstellt und Erwachsene – ob Eltern oder LehrerInnen – insbesondere bei der Frage nach dem „richtigen“ Umgang mit den neuen Medien häufig als Moralapostel wahrgenommen werden.
Um den kritisch-reflexiven Umgang mit den Medien auch anderen vermitteln zu können, werden sie neben den wesentlichen fachlichen Grundlagen auch im Bereich der Kommunikations- und Beratungskompetenz geschult. Dabei geht es sowohl um die Vermittlung kommunikativer Fähigkeiten und die Sensibilisierung für zwischenmenschliche Interaktionsmuster als auch um Aspekte des Beratungssettings. Die beiden letztge-nannten Schwerpunkte intendieren übergreifend das Soziale Lernen, indem die Schülerinnen ihre eigene Wahrnehmung schärfen und dadurch Vorurteile und Klischees hinterfragen, die in den medialen Darstel-lungen häufig eine wichtige Rolle spielen. Insgesamt soll dadurch auch die Empathiefähigkeit gefördert und die Persönlichkeit gestärkt werden, zwei zentrale Bestandteile für das soziale Miteinander und das soziale Klima. Dieser Aspekt ist zugleich ein wichtige Aufgabe unserer weiteren Schulentwicklungsarbeit und knüpft somit direkt daran an (Vgl. Kapitel VI, Sozialprofil).


Inhaltlich sind für den Ausbau der Medienkompetenz folgende vier Bausteine angedacht, die entweder im Rahmen des Unterrichts oder außerunterrichtlich bzw. fachübergreifend durch die Medienscouts abgedeckt werden könnten.


Baustein 1

Für die Klassen 5 ist dabei ein „Handyführerschein“ anvisiert, durch den die SchülerInnen die Möglich-keiten und Gefahren der Handynutzung kennen lernen. Zudem könnten an dieser Stelle Regeln für einen sinnvollen Umgang mit dem Handy erarbeitet bzw. ein „handyfreier Aktionstag“ durchgeführt werden. Die-ser könnte selbstverständlich auf die gesamte Schulgemeinde ausgedehnt werden (bei fachlicher Anbin-dung z.B. im Politikunterricht).


Baustein 2

In der Jahrgangsstufe 7 sollten dann verstärkt die Computer- bzw. Internetnutzung im Fokus stehen, respektive der kritische Umgang mit den sozialen Netzwerken. An dieser Stelle könnte auch eine kritische Betrachtung der Selbstdarstellung und der möglicherweise bestehenden Divergenz von Selbst- und Fremdbild erfolgen (bei fachlicher Anbindung z.B. im Deutsch- oder Informatikunterricht denkbar).


Baustein 3

In der Jahrgangsstufe 7 oder 8 soll dann die Problematik der Spielsucht und Gewaltverherrlichung in Computerspielen ins Zentrum gerückt werden. Einerseits sollte dabei die mögliche soziale Isolation durch dauerhaftes Computerspielen und andererseits die Gefährdung durch die Verwischung von Virtualität und Realität erörtert werden (bei fachlicher Anbindung z.B. im Fach Politik oder Religion/Praktische Philosophie).


Baustein 4

Für die Klasse 9 ist vorgesehen, den Aspekt der Identitätsfindung und –bildung im Zuge des gängigen Medienbildes „schön, erfolgreich, sexy“ zu beleuchten. Es soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern diese Medienbilder den Identitätsbildungsprozess beeinflussen bzw. steuern und eine autonome Selbstbe-stimmung erschweren (bei fachlicher Anbindung z.B. im Fach Biologie).

Die obige Darstellung stellt einen ersten Entwurf dar und kann bzw. muss weiter modifiziert, konkretisiert und ergänzt werden. Zudem wird sich unser Konzept zur Medienerziehung fortlaufend wandeln müssen, angesichts der Schnelllebigkeit medialer Möglichkeiten.

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